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Ausschnitt aus der Liste der Erkrankungen, die laut World Health Organization (WHO) mit Akupunktur behandelt werden können (aus der Sicht der westlichen Medizin)

Gynäkologische Erkrankungen
Folgende Phänomenen des gynäkologischen Bereiches können mit Akupunktur behandelt werden:
Zyklusstörung, Dysmenorrhoe
Prämenstruelles Syndrom
Klimakterisches Syndrom
Mastopathie
Fertilitätsstörungen, Frigidität
Geburtsvorbereitung, Geburtseinleitung
Beschwerden in der Schwangerschaft (Rückenschmerzen, Ödeme, Müdigkeit, Bluthochdruck, etc.)
Laktationsstörung, Wochenbettdepression


Geburtsvorbereitende Akupunktur

Angeregt durch die überaus positiven Ergebnisse einer placebokontrollierten Studie von Römer et. al. 1997, aus der Frauenklinik in Mannheim, nimmt diese Anwendung der Akupunktur heute in der Geburtsvorbereitung einen immer größeren Stellenwert ein.

In der Studie vergleichen Römer und Mitarbeiter drei Gruppen: 329 Schwangere in der Verum-Akupunkturgruppe behandelt mit morphologischen Punkten, 224 Schwangere behandelt mit Akupunktur an psychisch wirksamen Punkten (Placebokontrollgruppe), sowie unbehandelte Frauen (n=325).

In der Verumgruppe wurden, beginnend mit der 36. Schwangerschaftswoche, zunächst 3 Punkte genadelt, nach der 38. Schwangerschaftswoche kam ein weiterer Punkt zusätzlich zur Anwendung. Die Liegezeit der Nadeln betrug 20-30 Minuten, es erfolgte eine geringfügige manuelle Stimulation der Nadeln, d.h. eine tonisierende Behandlung. In der Placebogruppe wurden psychisch entspannenden Punkte genadelt. Insgesamt erfolgten 4-6 Behandlungen, also 1-2 Behandlungen je Woche.

In der Akupunkturverumgruppe war die Geburtsdauer bei erstgebärenden Frauen im Durchschnitt 470+/-190 min., bei der Akupunkturkontrollgruppe 536+/-200 min., bei der unbehandelten Gruppe 594+/-241 min hochsignifikant länger. Auch die sonographisch gemessene Cervixverkürzung war signifikant größer in der Akupunkturgruppe (15,9 mm-/+9,8) im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen (9,8 mm bzw. 8,9 mm).

Es konnte belegt werden, dass die Geburtsdauer verkürzenden Wirkungen der Akupunktur erst mit dem Zeitpunkt der natürlichen geburtsauslösenden Mechanismen einsetzen und keine Abhängigkeit zur Cervixreifung aufweisen, wie oft angenommen und diskutiert wird. Der Zustand des Cervixreifungsprozesses und der Zeitpunkt des vom Organismus selbständig ausgelösten Geburtsbeginns sind demnach zwei miteinander nicht in wechselseitiger Beziehung stehende separate Parameter.

Die Verkürzung der Geburtsdauer ist auf eine Verkürzung der Eröffnungsphase zurückzuführen, welche in wechselseitiger Beeinflussung mit dem Zustand der Cervixreifung steht. Die Austreibungsphase ist in der vergleichenden Untersuchung der Kollektive zeitlich nicht verändert zu ermitteln.

Zusammenfassend kann anhand der vorliegenden Ergebnisse festgestellt werden, dass die morphologische Akupunktur zu einer günstigeren Cervixreifung mit hochsignifikant häufiger nachweisbaren Trichterbildung im Sinne eines beschleunigten Reifungsprozesses, verbesserter Wehenkoordination und letztendlich zu einer Verkürzung der Eröffnungsphase und somit zur Geburtsdauer insgesamt beiträgt.

Literatur:
- Römer A, Weigel M, Zieger W, Melchert F (1998) Veränderungen der Cervixreife und Geburtsdauer nach geburtsvorbereitender Akupunkturtherapie. In Römer A (Hrsg) Akupunkturtherapie in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Hippokrates, Stuttgart

 

 

 

 

 

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